TiRos Blog
Prinzessin Downunder's First Scream-Along Blog
Am 31. August 2012 im Topic 'GlotzGedanken'


Ja, die Überschrift ist eine ganze Aneinanderreihung schlechter Wortspiele, aber ich konnte einfach nicht widerstehen. Manchmal geht es einfach mit einem durch, ihr kennt das. Hier folgen fünf Kurzbesprechungen von Filmen, die ich in letzter Zeit gesehen habe.

Prinzessin Monoke

Meine Top-10-Liste hat ja schon verraten, dass ich animierte Filme sehr mag, insbesondere wenn sie aus dem Studio Ghibli kommen. Hayao Miayazaki schafft hier ein perfektes Zusammenspiel von gezeichneter und Computeranimation. Wie die meisten anderen Studio-Ghibli-Filme ist Prinzessin Mononoke ein optisches Spektakel. Alle Charaktere sind sympathisch, nachvollziehbar und dreidimensional. Selbst die "Bösewichte" haben ihre guten Seiten. Letztendlich ist es die bessere Version von Nausicäa und damit auch die bessere Version von Pocahontas und damit auch sehr viel besser als Avatar, der überbewerteste Film aller Zeiten. Und wer sich ein bisschen intensiver mit dem Film beschäftigt, bekommt sogar noch eine Lektion in japanischer Geschichte.

Dr Horrible's Sing-Along Blog

Joss Whedon hat sich dieses Jahr mit dem großartigen Avengers endlich ganz weit nach vorne katapultiert. Bekannt für Serien wie Buffy und Firefly, hat er mit Dr Horrible eine Art Edel-Online-Video gedreht. Interessanter Weise entstand der Film während des Writer's Strike, doch Joss Whedon braucht gar keine Schreiberlinge von außerhalb. Neil Patrick Harris spielt den Video-bloggenden Dr Horrible, der in die Riege der Überbösewichte aufgenommen werden will. Im Waschsalon lernt er die Liebe seines Lebens kennen, gespielt von Felicia Day, jedoch wird sie ihm von seinem Erzfeind Captain Hammer weggeschnappt. Dr Horrible ist ein sympathischer Geek, während der "Held" Captain Hammer ein fieser Widerling ist. Die Songs sind gelungen, die drei Hauptdarsteller überzeugen und Whedon stellt so manches Superhelden- und Superbösewichte-Klischee auf den Kopf. Was will man mehr?

Scream 4

Viele Jahre sind seit den Woodsboro-Morden vergangen und Sidney Prescott kehrt als erfolgreiche Schriftstellerin in ihren Heimatort zurück. Doch leider bedroht eine neue Mordserie die Stadt. Ich liebe Scream 1 und 2, die beiden Filme schaffen es einerseits, Parodie auf alle möglichen Horrorklischees und trotzdem spannende Slasher-Filme zu sein. Teil 3 fiel dann leider in der Qualität deutlich ab. Mit einem vierten Teil hat keiner gerechnet und ich war dieser Fortsetzung gegenüber auch sehr skeptisch. Scream 4 hat seine Fehler, hat mich aber dennoch überzeugt.

Neve Campbell, Courteney Cox und David Arquette haben sehr viel Spaß dabei, wieder in ihre alten Rollen zu schlüpfen. Auch die vielen neuen Figuren überzeugen dank namhafter Darsteller. Den größten und besten Eindruck hinterlässt jedoch Hayden Panetierre als Kirby. Der Filmgeek in Scream 4 ist ausgerechnet die attraktive Blondine, die alle männlichen Filmfans locker aussticht. Auch hier schafft es Scream mal wieder, Klischees zu untergraben. Mit Scream 4 gibt es nun endlich den echten dritten Teil, den anderen können wir gerne unter den Tisch fallen lassen.

Rescuers Downunder - Bernard und Bianca im Känguruland

Ich hatte diesen Film damals im Kino gesehen, aber vergessen, wie gut er ist. Durch verschiedene Onlinereviews bin ich jetzt aber dazu gekommen, ihn mir wieder anzusehen. Meine Güte, wie konnte ich diesen Film vergessen? Die Animation, teilweise computergestützt ist großartig, die Flugszenen sind atemberaubend, die Voice Actor, insbesondere John Candy als Wilbur sind hervorragend. Dennoch scheinen viele diesen Film vergessen zu haben, was womöglich daran liegt, dass es a) eine Fortsetzung und b) kein typischer Disney-Film ist. Aber davon sollte man sich nicht abhalten lassen. Rescuers Downunder ist ein großartiger Adventure-Film für große und kleine Disney-Fans.

X-Men: First Class

Nach dem komplett misslungenen X-Men Origins: Wolverine war ich auch diesem Film gegenüber eher skeptisch. Die Skepsis erwies sich jedoch als unangebracht, denn First Class ist eine sehr gute Entschädigung für Wolverine. Wir erleben die Jugend von Professor X, Magneto und Mystique, gespielt von James MacAvoy, Michael Fassbender und Jennifer Lawrence in einer Welt, die sich erst langsam und widerwillig an das neue Phänomen der Mutanten anpassen muss. Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges und der Kommunistenhatz in den USA entsteht eine interessante Analogie für den Kampf gegen Vorurteile. Die drei Hauptdarsteller legen hervorragende Performances ab. MacAvoy reißt einen mit seinem Optimismus und seiner Faszination absolut mit, Michael Fassbender verkörpert eine gelungene Mischung aus Wut und Charme. Aber auch Kevin Bacon als Sebastian Shaw hat sehr viel Spaß an seinem Playboy-Bösewicht.

Die Chemie zwischen den Charakteren stimmt, die Effekte wie beispielsweise Emma Frosts Diamantenform oder Azazels Teleportationen sind gelungen. Besonders aufgefallen sind mir jedoch die durchgestylten 60er-Jahre-Szenenbilder, in die man ganz offensichtlich sehr viel Arbeit und Liebe zum Detail gesteckt hat. Und als Abschluss kann ich nur sagen, dass ich auf den Nachfolger "Days of Future Past" echt gespannt bin.

Fünf Filme und fast gar keine Kritik? Ja, ich weiß, das ist langweilig. Aber mir hat jeder dieser Filme auf seine ganz eigene Art gefallen. Und im Internet gibt es bereits genügend Leute, die schlechte Filme reviewen, was ich ihnen auch gerne überlasse.

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